Braucht ein Hamster ein Laufrad?

Hamster haben einen enormen Bewegungsdrang, welchen sie von ihren wilden Vorfahren geerbt haben – denn in der Freiheit legen Hamster auf der Suche nach Nahrung jede Nacht viele Kilometer zurück.

In Gefangenschaft nimmt man ihnen diese Beschäftigung indem man das Futter in einen Napf legt oder auch mal im Käfig verstreut – wo es der Hamster jedoch auch innert wenigen Schritten finden kann. Was aber bleibt ist der ungestillte Bewegungsdrang, welcher weder durch einen grossen Käfig, noch durch täglichen Auslauf gestillt werden kann.

Ein artgerecht grosses und ungefährliches Laufrad ist deshalb ein absolut wichtiges Zubehörteil für den Hamsterkäfig. Und es ist ganz wichtig, dass man das Laufrad nicht nur stundenweise anbietet, sondern immer im Käfig stehen lässt.

Die tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT e.V.) empfiehlt ein verletzungssicheres Laufrad als Anforderung an die Ausstattung eines Hamsterkäfigs.
Link: http://www.tierschutz-tvt.de/merkblatt46.pdf (Seite 4)


Laufradsucht ?

Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass es keine Laufradsucht gibt.

Ein Beispiel:
Evelyne M. Vonlanthen, „Einflüsse der Laufradnutzung auf ausgewählte ethologische, morphologische und reproduktionsbiologische Parameter beim Syrischen Goldhamster (Mesocricetus auratus)“
Dissertation am Institut für Genetik, Ernährung und Haltung von Haustieren, Abteilung Tierhaltung und Tierschutz der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Bern
Link: http://www.ths.vetsuisse.unibe.ch/lenya/housing/live/publications/Diss_Vonlanthen.pdf

"Das oft zitierte Suchtpotential des Laufrades konnte nicht nachgewiesen werden. Die Goldhamster zeigten über die ganze Datenaufnahme eine bedarfsangepasste Nutzung des Laufrades und erfüllten die Kriterien für eine Abhängigkeit nicht. Es kam zu keiner zwanghaften Befriedigung eines Bedürfnisses in jeder Lebenslage, wie es für eine Abhängigkeit postuliert wird, sondern zu einem „vernünftigen“ Umgang mit dem Laufrad."

In Wissenschaftlichen Studien wurden unter anderem die folgenden positiven Effekte des Laufrades auf die Gesundheit dargestellt:

  • Verminderung von Stereotypien (Gebhardt, 2006; Volanthen, 2003; Sherwin, 1998)
  • Verbesserte physische Kondition (Gattermann, 2004)
  • Höhere Fruchtbarkeit (Gebhardt, 2006; Volanthen, 2003; Gattermann, 2004)
  • Verbesserung der Hirnfunktion (Ratten; Cotman & Engesser-Cesar, 1993)

  • Gute Räder und schlechte Räder

    Die tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT e.V.) spricht über gute und schlechte Laufräder.
    Link: http://www.tierschutz-tvt.de/merkblatt46.pdf (Seite 3)

    "Laufräder aus Speichen: Sie sind wegen der Verletzungsgefahr abzulehnen (Einklemmen von Gliedmaßen). Empfehlenswert: geschlossene Laufräder. Bei Laufrädern, die an einer Käfigwand oder einseitig an einem Ständer befestigt sind, muss die Rückseite der Laufradtrommel verschlossen sein. Laufräder mit Befestigung an einem Ständer mit beidseitiger Einstiegsmöglichkeit können Verletzungen durch Einklemmen von Gliedmassen zwischen Lauftrommel und Gliedmassen hervorrufen.“

    Die handelsüblichen Laufräder aus Plastik oder Metall sind viel zu klein


    Zu kleine Laufräder:

    Das Laufrad auf dem linken Foto ist offensichtlich viel zu klein für den Hamster. Sein Rücken ist beim Laufen durchgebogen und auch sein Nacken wird extrem nach hinten gekrümmt. Das kann zu bleibenden Schäden im Nacken- und Rückenbereich führen - bis zum Bandscheibenvorfall. Langhaarige Hamster bleiben zudem oft an der Spindel in der Mitte des Rades hängen und reissen sich so Haare aus.

    Auf dem rechten Foto sieht man ein Rad welches schon ein bisschen grösser ist, aber immer noch zu klein, denn der Hamster kann immer noch nicht mit geradem Rücken laufen. Zudem ist die Lauffläche nach vorne abfallend und verfügt über hohe unbequeme Rillen.

    Wie soll ein Laufrad NICHT aussehen?

  • Durchmesser kleiner als 25cm für Mittelhamster, kleiner als 20cm für Zwerghamster (kann zu Rückenproblemen führen)
  • offene Lauffläche mit Sprossen aus Metall, Holz oder Plastik (kann zu gebrochenen Beinen führen)
  • Schereneffekt mit dem Standfuss (kann zu eingeklemmten Gliedmassen führen)
  • Jutte- oder Stoffbänder umwickelte Metallräder (Hamster kann das Band annagen und in den Fäden hängen bleiben)
  • nach vorne abfallende Lauffläche (ist unbequem für den Hamster, einseitige Belastung)
  • beide Seiten offen (Hamster fühlt sich nicht sicher)
  • Rückwand aus Gitter (Hamster kann mit Krallen hängen bleiben)

  • Gutes Laufrad:

    Hier sieht man den selben Hamster im 27cm Durchmesser WodentWheel. Sein Rücken ist gerade - und auch sein Nacken ist in einer natürlichen Haltung.

    Wie soll ein Laufrad also aussehen?

  • Mindestdurchmesser von 25cm für Mittelhamster und 20cm für Zwerghamster
  • geschlossene Lauffläche ohne Sprossen
  • kein Schereneffekt mit dem Standfuss
  • flache, nicht nach vorne abfallende Lauffläche
  • Rückwand solide und geschlossen
  • Ein Laufradtest:
    Link: http://www.hamsterinfo.de/Laufradtest/laufradtest.htm

    (Die obigen Laufradfotos zeigen Teddyhamster Marshmallow und wurden von Alison Charlesworth zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.)

    » zurück zur Startseite